Pressespiegel – Rückblicke

LVZ vom 08.08.2008LVZ vom 24.09.2010Frühstück mit der LVZJubiläumsjahr 201525 Jahre Naundorf Reisen

Impressionen vom Schützenfest in Nerchau:
Der Sonntagnachmittag steckt voller Dramatik

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Hier hält das Seil noch: Die Feuerwehr Fremdiswalde zieht mit sieben Mann am Bus.
Fotos: Klaus Peschel

Am zweiten Tag des Schützenfestes gehen 21 Feuerwehrleute zu Boden

fruehstuecklvz-2Grimma/Nerchau. Die Dramatik hätte nicht größer sein können am zweiten Tag des Nerchauer Schützenfestes. Erst wurde nach dem vielen Regen das Badewannenrennen auf der Mulde wegen zu gefährlicher Strömung abgesagt und die Selbstbaufahrzeuge blieben auf dem Trockenen liegen, dann überschlugen sich die Ereignisse beim Ziehen eines Reisebusses mit Manneskraft. Zunächst bekam das erste Team, die Nerchauer Feuerwehr, den MAN mit fünf Mann keinen Deut voran gerückt, geschweige denn die vorgesehenen zwanzig Meter. Es wurde auf sieben erhöht. Jetzt schafften es zwar alle, doch vom Grimmaer Highland-Team, das in Schotten-Kluft angetreten war, verletzten sich zwei Wettkämpfer die Hand, sie wurden ins Krankenhaus gebracht. Schließlich gab es drei Mannschaften mit gleicher Zeit. Die Feuerwehren aus Cannewitz, Fremdiswalde und Nerchau waren ebenbürtig. Sie hätten stechen müssen, wenn die ausgesetzten 50, 30 und zehn Liter nach Platzierung hätten vergeben werden sollen. Doch die drei Ortswehren übten den Schulterschluss, teilten den Gerstensaft zu gleichen Teilen unter sich auf und vereinbarten eine gemeinsame Siegfeier im Herbst. Vereinte Schlagkraft bewiesen sie dann am Seil. Alle 21 zogen gemeinsam an. Mit überwältigendem Erfolg: Das Seil riss und alle Feuerwehrleute gingen zu Boden. Schützenvereinschef Steffen Richter war froh, dass sich dabei nicht noch jemand verletzte.

André Neumann

Quelle: Leipziger Volkszeitung – Muldentalzeitung vom 08.08.2011 Seite 17
mit freundlicher Genehmigung

Artikel vom 24.09.2010 zur Feier unseres zwanzigjährigen
Firmenjubiläums und zur Eröffnung unseres neuen
Reisebüros mit Post-Partner-Filiale:

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Vorm neuen Verwaltungsgebäude: Stammkundin Christine Leubner gratuliert Rudolf Naundorf zum Betriebsjubiläum. Das freut auch Sohnemann Oliver (r.).

Foto: Frank Schmidt

Bei Nerchauer Busunternehmer geht die Post ab

Rudolf Naundorf eröffnet neues Verwaltungsgebäude und bringt ab sofort auch Briefe sowie Pakete auf den Weg

Nerchau. Mit 67 Jahren sind andere längst in der Rente. Anders Busunternehmer Rudolf Naundorf. Bei ihm geht jetzt erst recht die Post ab. Aus Anlass des 20-jährigen Bestehens des Betriebes eröffnete er gestern sein schickes Verwaltungsgebäude mit Reisebüro, Veranstaltungsraum und Postagentur. Eine heiße Adresse also. Kein Wunder, dass die halbe Stadt gratulierte.
Fit wie ein Turnschuh zu bleiben – wie schafft das ein Mann, der fast sein ganzes Leben am Lenkrad sitzt? Die 35-jährige Ehefrau Birgit, die ihn zwischen Griechenland und Norwegen auf zahlreichen Touren begleitete, lachte herzlich: „Na der Rudolf muss auch gut zu Fuß sein. Bei einer Fahrt zum Nordkap blieb der Bus mal 30 Kilometer vor der nächsten Tankstelle liegen. Zum Glück: Die Gäste nahmen es mit Humor. Und Rudolf traf recht schnell auf Angler, die ihn und die Kanister im Auto mitnahmen.“ Busfahrer müssen manchmal sogar den Salto rückwärts beherrschen: „Bei der Fahrt durch Finnland hatten wir im Bus etliche Mücken“, holte Rudolf Naundorf aus: „Ich musste sogar die Scheibe von innen putzen. Dummerweise stand hinter mir der Wassereimer. Ich trat voll rein und flog im hohen Bogen aus dem Bus.“ Nichts bringt ihn so schnell aus der Fassung. Auch bei den engsten Serpentinen in den Alpen behielt er den Kopf oben: „Unsere Schnauze ragte in den Kurven immer schon über den Abgrund. In den vorderen Reihen herrschte Totenstille.“

Nein, ein Postbus wie in der Schweiz werde künftig nicht etwa durch Nerchau rollen. Aber Nerchau ohne Post – nein, das wollte Naundorf seiner Heimatstadt dann doch nicht zumuten. Und so betreibt er die Postfiliale künftig in Eigenregie. Jacqueline Schirm und Karin Böhme ließen sich extra von der Post schulen, um täglich von 9 bis 17 Uhr (donnerstags auch bis 18 Uhr) sowie samstags 9 bis 11 Uhr für die Kunden da zu sein.
Der Omnibusbetrieb mit zehn Angestellten und acht Bussen – eine Erfolgsgeschichte: Naundorf, früher beim Kraftverkehr Grimma beschäftigt, machte sich nach der Wende selbstständig. Unter schwierigsten Bedingungen kaufte er den ersten gebrauchten Mercedesbus, noch mit Ostmark. Den Bus musste er anfangs auf dem Hof eines Privatgrundstücks abstellen. Erste Reisen führten ihn nach Oberbayern und ins Rhein-Mosel-Gebiet. Ein Jahr später wurde der zweite Bus angeschafft und Fahrer Günther Thiele eingestellt. Das Routennetz umfasste nun bereits ganz Europa. 1994 kam „die Linie“ hinzu. Naundorf kaufte ein 7000 Quadratmeter großes Grundstück, früher Sägewerk und LPG-Technikstützpunkt. Eine ausgebaute einstige Sozialbaracke diente ihm bis jetzt als Firmensitz. Gestern nun eröffnete er sein neues Verwaltungsgebäude. Ein Schmuckstück, modern und doch altehrwürdig: „Wir haben so viel wie möglich von dem ehemaligen Lagerhaus gerettet, sogar die Holzbalken in der Decke.“

Und sollte Naundorf doch mal in Rente gehen – kein Problem. Der neunjährige Junior Oliver steht bereits in den Startlöchern. Auf die Frage, was seine schönste Tour war, antwortete der Sohn: „Na Belgien. Der Besuch der Van Hool-Busfabrik.“ Da kann die Stammkundschaft, zu der auch Rentner Helmut Hentzschel aus Gastewitz gehört, beruhigt sein: „Wir haben immer viel Spaß. In einem Hotel gab es sogar mal einen sprechenden Beo. Der meinte andauernd: Haben Sie schon bezahlt?“

Haig Latchinian

Artikel vom 06.06.2008 über unser Unternehmen
aus der Serie »LVZ-Frühstück«:

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Hurra, hurra, der Korb ist da: Das Team von Naundorf-Reisen ließ sich gestern das Frühstück schmecken, mit dem die LVZ das Busunternehmen überraschte.

Foto: Ralf Zweynert

Schulbus als Zirkuszelt:
Fahrer wird zum Dompteur

LVZ-Frühstück gestern bei Naundorf-Reisen in Nerchau

Nerchau. Es muss nicht immer unanständig sein, jemandem einen Korb zu geben. Erst recht, wenn die LVZ die „Helden des Alltags“ mit einem reichhaltigen Frühstückskorb überrascht. Gestern deckten wir die Tafel bei Naundorf-Reisen in Nerchau. Das Busunternehmen befördert täglich auch eine besonders gefürchtete Spezies: keine Raubkatzen, keine Giftschlangen – noch schlimmer, Schulkinder!

Rudolf Naundorf ist Chef, Busfahrer und Dompteur in einem. Ihm ist es tatsächlich gelungen, die wilde Rasselbande zu zähmen: „Ob Sie es glauben oder nicht. Wenn in Nerchau bis zu 80 Schüler aus allen Himmelsrichtungen einsteigen, hast du das Gefühl, lauter Musterknaben zu fahren. Kein Stress, nicht mal ein Papierschnipsel auf dem Boden. Ich kenne meine Pappenheimer, bin mit ihnen jeden Tag unterwegs. Klar, anfangs waren tüchtige Rüpel drunter. Alles eine Frage der Erziehung. Die Schlimmsten zitierte ich nach vorne. Dort mussten sie stehen. Als sie dann von den anderen gehänselt wurden, überlegten sie sich sehr genau, ob sie noch mal Dummheiten machen.“ Natürlich gebe es Probleme: „Etwa in Trebsen, nach Unterrichtsschluss. Da erstürmen 50 Schüler gleichzeitig den Bus.“

Obwohl weder verwandt noch verschwägert, bezeichnet sich das neunköpfige Team gern als Familienbetrieb. Als Birgit Naundorf von der LVZ-Aktion hörte, bewarb sie sich postwendend. So wurden die Helden nach ihren morgendlichen Touren (4.15 Uhr ist Dienstbeginn!) mit Milch, Käse und Joghurt vom Landgut Nemt richtig verwöhnt. Karin Kluge, Ute Apitz, Günther Thiele, Jens Liebelt, Frank Bachran und Matthias Paitz – sie alle stärkten sich und dachten mal nicht an ihre Linie. Die Linie ist sehr anspruchsvoll und erfordert höchstes fahrerisches Können. Auf der Kohlenstraße nach Döben oder in den engen Kurven des Schmorditzer Berges müsse man mit allem rechnen. Wer weiß das besser als Ute Apitz, der nahe Golzern ein Reh in den Bus rannte.

Für die Busfahrer ist die Welt aber nicht etwa in Cannewitz oder Grottewitz zu Ende. „Wir fahren vom Nordkap bis Griechenland und von Spanien bis an die russische Grenze“, sagen die Fahrer nicht ohne Stolz. Wer eine Reise tut, hat was zu erzählen: „In Italien räumte man extra für uns sämtliche Stühle und Tische von der Straße, damit der Bus durchpasste. Und auf einem Schweizer Bergpass ragte die Schnauze in den engen Kurven jedes Mal über den Rand hinaus – der Blick in die Tiefe erinnerte schon ans Flugzeug.“ Auf der Grünen Woche erlebte das Busunternehmen gar sein blaues Wunder. Rudolf Naundorf: „Wir hatten einen Termin für die Rückfahrt verabredet. Einer aber fehlte. Ausgerechnet ein Herr aus Nerchau. Weil wir nicht ohne ihn abfahren wollten, recherchierten unsere daheim gebliebenen Kollegen vor Ort und suchten in Nerchau die Frau des Vermissten auf. Natürlich war das nicht so ohne, schließlich mussten wir die Familie mit einer unerfreulichen Nachricht konfrontieren. Doch wer öffnete die Tür? Der gesuchte Herr persönlich. Er war mal bei der Bahn angestellt und weil er nicht bis abends in Berlin bleiben wollte, nutzte er halt seinen Freifahrtschein.“

Überraschungen erlebt die große Familie beinahe täglich. „Wir hatten schon Fahrgäste, die mit Musik im Ohrstöpsel eingeschlafen waren und erst in Wagelwitz statt in Wurzen munter wurden.“

 

Haig Latchinian

Artikel vom 23.11.2014 „SachsenSonntag“:

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Artikel vom 24.05.2015 „SachsenSonntag“:

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